Wissenschaftsrat: Verpasste Chance?

Wieso diese ausführliche Beschreibung?

Sie soll zum einen verdeutlichen, wie die Kirchen im Rahmen des Wissenschaftsrates ihre Interpretation und Sichtweisen als Bestandsbeschreibung ungehindert haben formulieren können.

Zum anderen wird dadurch ersichtlich, welche ungewöhnliche Bedeutung es hat, wenn, in einem derart kirchengenehmen Papier, die Kirchen aufgefordert werden – und sei es in Formulierung einer „dringenden Bitte“ – sich aus den Habilitationsverfahren der Universitäten heraus zu halten. Das ist eine Art öffentlicher und deshalb ungehöriger Wissenschaftsaufstand.

Drittens wird deutlich, dass die Universitäten einerseits versuchen, die schleichende Auslagerung der Theologien zu verhindern (Schutz vor Fundamentalisierung) und andererseits zumindest Habilitationen und die Religionswissenschaft dem Zugriff der Kirchen zu entwinden versuchen.

Die Wirklichkeit wird sich zur Geltung bringen. Insofern können die Säkularen in Deutschland ganz zuversichtlich sein, dass sich die Haarrisse in dem insgesamt alten Gebäude der Religions- und Weltanschauungsverfassung der Bundesrepublik Deutschland offensichtlich und unübersehbar zeigen, wie es der Wissenschaftsrat in dieser Denkschrift mit minimalen Revisionen zu konservieren versucht, in den nächsten Jahren unaufhaltsam erweitern werden. Dafür, dass dies möglichst rasch und konsequent geschieht, werden wir im KORSO gemeinsam streiten.

Für den KORSO:

Prof. Dr. Frieder Otto Wolf (1. Vors.), Dr. Carsten Frerk (2. Vors.)

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