Trauer um Helmut Kramer

Der KORSO trauert um sein Gründungs- und langjähriges Vorstandsmitglied Helmut Kramer.

Prof. Dr.-Ing. Helmut Kramer war von 1971 bis 2006 Leiter eines Ingenieurbüros für Baustatik in der Hamburger Altstadt. Im säkularen Spektrum hat er sich nicht nur im Hinblick auf den KORSO große Verdienste erworben. Über viele Jahre hinweg führte er die Landesgemeinde Hamburg der „Unitarier – Religionsgemeinschaft freien Glaubens“. In dieser Zeit und darüber hinaus organisierte Helmut in Hamburg die „Jugendleite“, wie in unitarischen Kreisen die Begleitung Jugendlicher an der Schwelle zum Erwachsenwerden bezeichnet wird. Viele der heute noch aktiven Menschen in diesem Kreis sind eng mit Helmut verbunden.

Über die Grenzen seines Verbandes hinaus galt sein Augenmerk stets aber auch der Einheit der Säkularen in Deutschland. Sein ausgleichendes Wirken für den Zusammenhalt der Verbände war bezeichnend für ihn und reicht bis weit vor die Anfänge des KORSO zurück. So gestaltete er bereits die dem KORSO vorangegangene „Sichtungskommission“ mit, der er als Vertreter des Dachverbands freier Weltanschauungsgemeinschaften DFW angehörte. Bleibend ist seine „Synopse“ vom März 2008 – ein 23 Seiten starkes Arbeitspapier, in dem er die Grundsatzerklärungen der neun in der Sichtungskommission versammelten Verbände nach Gemeinsamkeiten durchforstete und zu einem Manifest zur Gründung einer Bundesarbeitsgemeinschaft säkularer Weltanschauungsverbände zusammenführte. Noch im gleichen Jahr wurde im November der KORSO als Zusammenschluss säkularer Verbände in Deutschland ins Leben gerufen. Dass dies nur ein erster Schritt war, dem weitere folgen müssen, war ihm klar. So gestaltete er den KORSO als Vorstandsmitglied mit, 2012 bis 2017 als stellvertretender Vorsitzender. Zusammen mit weiteren sehr engagierten Mitstreiterinnen und Mitstreitern gelang es ihm in Hamburg, die Zusammenarbeit der dortigen Säkularen breit aufzustellen und in konkrete Handlungen umzusetzen.

Helmut Kramer hat die Kategorie „säkular“ stets als Kennzeichnung der Gemeinsamkeiten verstanden, nicht als Fundgrube für Unterschiede. Immer wenn in den Diskussionen der Verbände ein durchaus legitimes Bedürfnis nach Distinktion stark wurde und drohte, Brücken abzubrechen, war Helmut zur Stelle und hob auf das Gemeinsame ab. Durch seine persönliche Integrität, Konsequenz und Menschlichkeit hat er sich bei seinen Kolleginnen und Kollegen hohes Ansehen und Vertrauen erarbeitet. Dissens in der Sache geriet ihm nie auf eine Ebene persönlicher Anfeindung.

Seine ausgleichende Art bleibt Vorbild über Verbandsgrenzen hinweg.

Am vergangenen Sonntag, 12. Mai 2019, ist Helmut Kramer während seines Urlaubs in Südspanien bei einem Badeunfall verunglückt. Seiner Frau Christa und den Angehörigen gilt unser tiefes Mitgefühl.

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