Grundsätzliches

Für die Gleichbehandlung der Konfessionsfreien

Die Mitgliedsorganisationen des KORSO sind sich darin einig, dass unsere Gesellschaft säkulare Werte braucht. Ethische Verantwortung und sinnstiftende Lebensführung sind kein Alleinstellungsmerkmal der Religionen. Niemand darf wegen seines Glaubens oder Unglaubens diskriminiert werden. Der große und weiter wachsende Anteil konfessionsfreier Menschen in Deutschland verdient in Staat und Gesellschaft gleiche Anerkennung, gleiche Rechte und gleiche Einflussmöglichkeiten auf öffentliche Belange wie religiöse Menschen und Organisationen.

Weltanschauliche Vielfalt

Weltanschauliche Fragen werden in der pluralen Gesellschaft der Gegenwart sehr individuell beantwortet. Es kann daher nicht verwundern, dass sich in diesem Feld viele verschiedene, teilweise kleine und nur regional tätige Vereine, Verbände und Initiativen entwickelt haben. Trotz der geringen Quote formeller Mitgliedschaften gibt es jedoch übergreifende Gemeinsamkeiten der vielen Millionen Menschen, die sich als nichtreligiös, freireligiös, humanistisch, konfessionsfrei, freidenkerisch, freigeistig, atheistisch, agnostisch, laizistisch oder sonstigen aufklärerischen Traditionen verpflichtet verstehen. Hierzu gehört das Vertrauen auf die menschliche Vernunft und das Eintreten für persönliche Freiheit, soziale Verantwortung, umfassende Bildung, internationale Kooperation und friedliche Konfliktlösung.

Gleiche Rechte und Pflichten

Eine einseitige Privilegierung religiöser Bürger oder Organisationen darf es künftig nicht mehr geben. Der weltanschaulich neutrale Staat ist die Heimstatt aller Bürger. Er hat gleichen Abstand zu religiösen wie zu nichtreligiösen Organisationen zu wahren. Das Religions- und Weltanschauungsrecht ist daher so weiterzuentwickeln, dass für nichtreligiöse Organisationen – auch in der Praxis! – dieselben Rechte und Pflichten gelten wie für religiöse.

Aufbau- vs. Abbaustrategie

Angleichungen können immer auf zwei Wegen geschehen: entweder Aufbau derselben Rechte, Strukturen oder Förderungen, die ein Mitbewerber schon hat (positive Gleichbehandlung) – oder aber Abbau vorhandener Privilegien bei diesem Mitbewerber (negative Gleichbehandlung). So oder so sind am Ende faire Randbedingungen im weltanschaulichen Wettbewerb in einer offenen Gesellschaft das Ziel. Die säkularen Organisationen verfolgen hier im Detail unterschiedliche Wege und Strategien.

Säkulare Selbstverständnisse

Einige säkulare Organisationen verstehen sich ausdrücklich als Weltanschauungsgemeinschaft, die für nichtreligiöse Menschen Weltanschauungspflege, Bildungs-, Beratungs- und Hilfsangebote betreiben und sich teilweise auch als freier Träger engagieren. Andere Organisationen verstehen sich ausdrücklich als politische Interessenvertretung für eine stärkere oder strikte Trennung von Staat und Kirche (Laizismus). In diesem Spannungsfeld der Interessen entwickeln sich spannende weltanschauungspolitische Diskurse, an denen sich interessierte Bürger in den jeweiligen Organisationen beteiligen können.