Grußwort des KORSO-Vorsitzenden zur 25-Jahr-Feier des HVD Bundesverbandes und zur Verleihung der Körperschaftsrechte an den HVD BB

Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) wurde am 14. Januar 1993 in Berlin gegründet und feierte daher am 14. Januar 2018 sein 25-jähriges Bestehen. Am gleichen Termin wurde dem Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg (HVD BB) der Status eine Körperschaft des öffentlichen Rechts (K.d.ö.R.) in Berlin zugesprochen (siehe auch https://humanistisch.de/x/hvd-bb/presse/2018012517).

 

Der Vorsitzende des KORSO, Helmut Fink, übermittelte das folgende Grußwort an den HVD Bundesverband und den HVD Berlin-Brandenburg:
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Liebe Humanistinnen und Humanisten,

ich gratuliere dem HVD als heute mitgliederstärkstem säkularem Verband in Deutschland und seinen vielfältig Aktiven herzlich zum 25-jährigen Wirken unter einem gemeinsamen Dach, mit einem gemeinsamen Namen! Der HVD besteht seit 1993. Das Gründungsjahr des HVD-Bundesverbandes ruft Erinnerungen wach, auch bei mir persönlich, war es doch das Jahr meines Austritts aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche und meines Eintritts in den Bund für Geistesfreiheit Nürnberg, dessen Weg in den HVD ich in den folgenden Jahren erfolgreich mitgestalten konnte. Im Sommer 1993 hat sich die hoffnungsvolle neue Ideenwelt eines noch jungen HVD auf dem Europäischen Humanismus-Kongress in Berlin der interessierten Öffentlichkeit präsentiert. Diskutiert wurden – nach holländischem Vorbild – u.a. die Entwicklung des Berufsbildes eines humanistischen Beraters, die schon damals kontroverse Forderung nach humanistischer Beratung in der Bundeswehr, ein bundesweit maßstabsbildendes Angebot zur Patientenverfügungsberatung und die möglichst bundesweite Einführung des Schulfaches „Humanistische Lebenskunde“.

Der Aufbau eines professionellen Sozialdienstleistungsangebotes sollte damals den weltanschaulichen Charakter des Humanismus ergänzen, nicht ihn ersetzen. So sind dem Weg des Berliner Verbandes bald andere Landesverbände gefolgt, ohne dabei ihre Eigenständigkeit zu verleugnen. Ein zweiter Anlass zur Gratulation sticht am heutigen Tage ins Auge: Der lange und streckenweise mühsam erstrebte Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts wird nunmehr auch dem Berlin-Brandenburgischen Landesverband des HVD zuteil – endlich, möchte man ausrufen. Drückt sich darin doch der verdiente Lohn ordentlicher Arbeit aus, die nirgends so sehr benötigt wird wie in der Hauptstadt. Der Körperschaftsstatus ist jedoch nicht nur ein nach außen gerichteter Beleg gesellschaftlicher Anerkennung, sondern bedeutet auch nach innen eine gestiegene Verantwortung durch höhere Autonomie. In der sinnvollen Teilung von Kompetenzen, der Einbindung wissenschaftlicher Expertise, der Wertschätzung weltanschaulicher Überzeugung und dem fairen Umgang mit ehrenamtlichen Kräften zeigt sich die humanistische Reife. Ich bin sicher, dass der Berlin-Brandenburgische Verband in diesen Dingen anderen ein Vorbild sein kann.

Möge der HVD auf der Grundlage seines erneuerten Selbstbewusstseins im säkularen Spektrum und darüber hinaus auch künftig dialogbereite Partner suchen und finden. Als Gründungsmitglied des KORSO sind dem HVD die gemeinsamen Interessen der säkular denkenden und fühlenden Menschen im Lande nicht fremd. Nicht nur anlässlich der wertebildenden Schulfächer erinnern sich viele Säkulare immer noch gern an den Berliner Wahlspruch: „Gemeinsam, nicht getrennt!“

Mit freundlichen Grüßen
Helmut Fink
(KORSO-Vorsitzender)

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