Öffentliche Kultur

Vielfalt bereichert die Gesellschaft

Die Gesellschaft der Gegenwart lebt keineswegs nur aus religiösen Wurzeln. Konfessionsfreie Menschen und überzeugte säkulare Humanisten prägen den Wertehorizont und die kulturelle Substanz des gelebten Miteinanders gleichberechtigt mit. Sie verdienen daher auch gleiche öffentliche Anerkennung.

Feiertage

Langfristig wird eine staatliche Bevorzugung religiöser vor säkularen Feiertagen kaum haltbar sein. Sie ist auch staatspolitisch nicht sinnvoll. Bei der Abmeldung von Schule und Arbeitsplatz sind daher künftig auch ausdrücklich säkulare und humanistische Feiertage gleichberechtigt zu berücksichtigen. Dies gilt insbesondere für den 21. Juni (Welthumanistentag der International Humanist and Ethical Union, IHEU) und den 10. Dezember (Tag der Menschenrechte der Vereinten Nationen).

Trauer- und Gedenkkultur

Der KORSO setzt sich für die Achtung der Wertvorstellungen nichtreligiöser Menschen sein. Nach Unglücken oder Katastrophen, bei Staatsakten und Feierstunden sind oftmals im öffentlichen Raum immer noch nur religiöse Riten angesetzt und religiöse Sprecher berücksichtigt. Künftig ist darauf zu achten, dass solche öffentlichen Veranstaltungen entweder weltanschaulich neutral abgehalten werden oder säkulare, freigeistige oder humanistische Sprecher gleichberechtigt einbezogen werden.

Kirchen- und Humanistentage

Weltanschauliche Organisationen können den öffentlichen Diskurs durch ein Schaufenster an Ideen bereichern. Aus säkularer Sicht ist jedoch nicht einzusehen, dass etwa Kirchentage mit Millionensummen der öffentlichen Hand gefördert werden, die Treffen nichtreligiöser Menschen (etwa Humanistentage) hingegen nicht. Die säkularen Organisationen fordern hier nachvollziehbare Kriterien, Transparenz und Gleichbehandlung.

Keine religiösen Symbole in Amtsräumen

Die religiöse und weltanschauliche Entfaltungsfreiheit kann sich an vielen Orten im Zeigen von Symbolen ausdrücken – nicht jedoch in staatlichen Amtsräumen. Denn der Staat hat als Heimstatt aller Bürger Neutralität zu wahren und sollte das auch unmissverständlich zeigen. Der KORSO lehnt daher Kreuze und Kruzifixe und ebenso auch alle anderen religiösen oder weltanschaulichen Symbole in Gerichtssälen oder Ministerien entschieden ab.