Grußwort des KORSO-Vorsitzenden zum Europäischen Unitariertag

Helmut Fink, Vorsitzender KORSO e.V.

Helmut Fink,
Vorsitzender KORSO e.V.

Als Vorsitzender des Koordinierungsrates säkularer Organisationen (KORSO) wünsche ich dem Europäischen Unitariertag und der Mitgliederversammlung der Unitarier (Religionsgemeinschaft freien Glaubens) in Ulm/Neu-Ulm einen friedvollen, fröhlichen, inspirierenden und gemeinschaftsstiftenden Verlauf.

Die Unitarier sind – ebenso wie die Stiftung Unitates – als Gründungsmitglieder des KORSO integrale Partner in der säkularen Organisationslandschaft Deutschlands. Darin kommt die zentrale Gemeinsamkeit der Interessen mit anderen säkularen Kräften zum Ausdruck: gleiche Anerkennung, gleiche Rechte und gelebte Gleichbehandlung durch Staat und Gesellschaft.

Der liberale Verfassungsstaat garantiert den Freiraum des persönlichen Glaubens oder Unglaubens. Er hat die Weltanschauung seiner Bürger weder zu bewerten noch zu bevormunden, sei sie religiös oder nichtreligiös. Der legitime Entfaltungsspielraum des Glaubens findet seine Grenze an der Freiheit der Mitmenschen und am Gemeinwohl der offenen Gesellschaft. Glaubensinhalte müssen sich an überprüfbaren Fakten und rationalen Überlegungen messen lassen.

Unitarier und Universalisten liefern heute ein Beispiel für weltanschauliche  Toleranz und gemeinschaftliche Verantwortung, gegen dogmatische Engstirnigkeit und affektbeladene Ausgrenzung. Sie diskutieren typische Fragen der Zeit: die Vielfalt möglicher Sinngebung im Leben, die Balance von Individualismus und Gemeinsinn, die Spannung zwischen Transzendenz und Naturalismus. Hierfür ist dem EUT öffentliche Sichtbarkeit und mediales Interesse zu wünschen.

Durch Rituale der Begegnung, durch Gesang und Musik, Jugendlager, Kerzenkreise und Arbeitsgruppen erhält das Treffen der Unitarier eine unverwechselbare Prägung. Zugleich ist die unitarische, universalistische und freireligiöse Weltanschauung durch die Diesseitigkeit ihrer Inhalte, die schrittweise Abkehr von religiösen Begriffen und den humanistischen Impetus ihrer Ideale mit anderen säkularen Kräften verbunden und befreundet.

Möge diese erfreuliche Entwicklung in Ulm und Neu-Ulm eine kluge, zukunftsoffene und zugleich tragfähige Fortsetzung erfahren!

Mit freundlichen Grüßen,

Helmut Fink
KORSO-Vorsitzender

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